Das Musikleben im Spannungsfeld der Reformation


Im Rahmen der Themenwoche „Reformation für (H)alle“ fand am 22. Mai in der Laurentiuskirche ein Vortrag mit Chormusik des Stadtsingechores und der Musikwissenschaftlerin Cordula Timm-Hartmann statt. Unter dem Titel „Der Stadtsingechor und die Musik der Reformationszeit“ erläuterte sie das Musikleben in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Halle, das vom heutigen Stadtsingechor maßgeblich geprägt wurde. Korrespondierend dazu führten Mitglieder des Chores unter Leitung von Clemens Flämig die vorgestellten Werke auf.

In der vorreformatorischen Zeit waren Chorschüler täglich mit der musikalischen Gestaltung von Messen und Andachten beschäftigt.
Der in Halle residierende Kardinal Albrecht von Brandenburg, wissend um die Macht von Musik und Gesang, nutzte sie und somit auch die Choristen als eigenständiges Mittel zur Festigung des Glaubens und der Macht der Kirche.
Gesang und Musik als gleichberechtigte Kunst im Rahmen der neuen schulischen Ausbildung stellte Martin Luther, welcher selbst als Komponist mehrstimmige Werke verfasste, als einen Schwerpunkt der Reformationsbewegung und nunmehr nicht mehr kirchlich sondern städtisch getragen heraus.
Die Einflüsse und die Entwicklung der Kirchenmusik und des Chorgesanges in der spannungsgeladenen Zeit der ersten reformatorisch geprägten Jahrzehnte mit der darauffolgenden Entwicklung des städtischen Schulwesens in Halle als wichtigem Schauplatz des Wandels vermittelte der Vortrag eindrucksvoll.

Mit detailreichen Geschichten zu den kompositorisch herausragenden agierenden Personen in und um Halle schlug Frau Timm-Hartmann einen facettenreichen reformatorischen Bogen über das 16. hin zum 17. Jahrhundert. In gewohnt professioneller Weise ließ der Stadtsingechor in sehr einprägsamen Beispielen die Entwicklung von den Choralgesängen mit den tragenden Tenorstimmen der Vorreformation zu den auch heute noch in den evangelischen Gesangsbüchern stehenden mehrstimmigen Liedern geprägt von unterschiedlichen Einflüssen auf die Zuhörer wirken.
„Singt weiter, Jungs, singt weiter“.

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1 Antwort

  1. Rudolf Schier sagt:

    Herzlichen Dank für die interessante Information 😊 Ich höre (lese) gerne vom Stadtsingechor, auch wenn meine Chorzeit nun über 60 Jahre zurück liegt.

    Alles Gute

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