1628: Samuel Scheidt (1587–1654)

Samuel Scheidt war einer der bedeutendsten Komponisten und Organisten des 17. Jahrhunderts. Schon als 15jähriger wurde er Organist an der Moritzkirche, nach seiner Ausbildung in Amsterdam bei Jan Pieterszoon Sweelinck Hoforganist und schließlich Hofkapellmeister an der halleschen Residenz.

Nach Auflösung der Hofkapelle Herzog Christian Wilhelms im Dreißigjährigen Krieg schufen die halleschen Ratsherren für Scheidt 1628 das Amt des städtischen Director Musices. In dieser Funktion hatte er die Aufsicht über die städtische Kirchenmusik und leitete in den Gottesdiensten der Marktkirche den Stadtsingechor. Schon 1630 verlor er das Amt wegen Kompetenzstreitigkeiten mit dem Rektor des Gymnasiums bezüglich des Chores.

Durch die Kriegsereignisse wurde auch die Kirchenmusik in Halle stark in Mitleidenschaft gezogen. 1627 bestand der Stadtsingechor nur noch aus 10 Sängern. Erst mit dem Einzug Herzog Augusts von Sachsen als Administrator des Erzbistums Magdeburg in Halle 1638 verbesserten sich die Verhältnisse. Für die Musik am Hof wurden gelegentlich auch die Chorschüler herangezogen.