1746: Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)

Wilhelm Friedemann Bach, Punktierstich von Heinrich Schwenterley, 1796

Wilhelm Friedemann Bach, geboren in Weimar, war der älteste Sohn von Johann Sebastian Bach. Seine musikalische Ausbildung erhielt er vor allem durch seinen Vater. Als Leipziger Student besuchte er 1729 Halle, wo er Händel eine Einladung seines Vaters übermittelte. 1733 wurde Bach Organist an der Sophienkirche in Dresden, 1746 wechselte er als Musikdirektor und Organist der Marienkirche nach Halle. Dieses Amt entsprach in vieler Hinsicht dem Leipziger Amt seines Vaters.
Bach führte in Halle nicht nur eigene Werke, sondern mit Vorliebe Kantaten seines Vaters auf. Sein Wirken wurde von den bitteren Wirren des Siebenjährigen Krieges überschattet. Das Ensemble der Chorschüler bestand nur noch aus wenigen Schülern; es ist kaum vorstellbar, wie die hoch virtuosen und individuellen Kantaten Bachs bewältigt wurden. Hinzu kamen Streitigkeiten mit der kirchlichen Obrigkeit, so dass Bach 1764 seinen Dienst quittierte. Bis 1770 lebte er ohne Amt in Halle, wo er vor allem durch Unterrichten, aber auch durch öffentliche Konzerte seinen Lebensunterhalt verdiente.