1989: Erneut Tonaufnahmen bei Hungaroton in Ungarn


Wir wollen Händel und Telemann hören

Der Produktionsdirektor der ungarischen Schallplattenfirma Hungaroton trat jetzt erneut an den vor allem durch seine Operndirigate weltweit berühmten amerikanischen Künstler heran, um auch die Telemann-Fassung dieses Monumentalwerkes erstmals (!) auf Schallplatte zu verewigen. Ohne zu zögern entschied sich McGegan wieder für den Stadtsingechor Halle, mit dem er dank der gründlichen Vorbereitung durch Dorothea Köhler nur wenige Proben durchzuführen brauchte … In der Musikakademie mit ihren fast 1500 Plätzen wird es im März zunächst ein Konzert geben, dem dann die Schallplatteneinspielung folgt. Mit dem hervorragenden Solistenensemble aus acht Nationen wird es dabei für manchen der 26 ausgesuchten Chorsänger (von insgesamt rund 130 Mitgliedern) ein Wiedersehen geben.

Gisela Heine, LDZ, 18.01.1989

Exklusiv-Interview mit Nicholas McGegan

Ein Amerikaner äußert sich
Stadtsingechor zu Halle – einer der besten der Welt

Warum entschieden Sie sich für dieses Ensemble? Das ist tatsächlich ein fabelhafter Chor, ich zähle ihn zu den besten der Welt. In den gesamten USA gibt es nur drei Klangkörper dieser Art, die aber über keinen Knabenalt verfügen. Und das bringt ja erst die besondere Farbigkeit, die wir eben wieder hören konnten …

Sie hatten ja wenig Zeit, vor dem Konzert mit dem Knabenchor zu arbeiten. Befürchten Sie nicht, daß es Pannen geben könnte?  Überhaupt nicht. Ich muß sagen, daß Dorothea Köhler eine ausgezeichnete Musikerin und Pädagogin ist, die den Chor auf der erforderlichen künstlerischen Höhe hält, und das seit vielen Jahren! Daß die Plattenaufnahmen und auch das heutige Konzert diese bemerkenswerte Qualität haben,  daran hat die Chordirektorin entscheidenden Anteil. Wenn wir 1992 in Göttingen die Brockes-Passion von Händel und Telemann aufführen,  werden wir uns die Dirigate teilen.

Gisela Heine, LDZ, 21.03.1990