2009: Konzertreise nach China

Vom 26. August bis 6. September 2009 führte uns eine Konzertreise nach China.
ZUSAMMENGETRAGEN VON LEONORE BECKER · PEER GUCKLAND · MAXIMILIAN ROSCH · BJÖRN HOFMANN

Mittwoch, 26. August 2009

Erwartungsvolles Eintreffen und Sammeln am Reisezentrum der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof von Halle. Alle waren sehr aufgeregt, natürlich – und vor allem auch die Eltern. Aber bei uns (Jungs) hieß es nun mit glänzenden Augen: „Endlich geht es los! Nun passierte das, was die nächsten zwölf Tage immer wieder über uns hereinbrach: die Gruppenpflicht. Alle wurden in eine der sechs Gruppen eingeteilt und wussten nun, wer ihr Leithammel für die große Reise war. Der Vorteil lag laut Herrn Elster in der Übersicht, außerdem musste er nun bis sechs zählen, um zu wissen, ob alle da waren. Herr Elster erwartete uns in Leipzig fröhlich und mit einem Becher Kaffee in der Hand auf dem Bahnsteig. Gemeinsam ging es mit dem ICE Richtung Frankfurt am Main zum Flughafen. Während der 3,5 Stunden Fahrt blieb genügend Zeit, fast alle Essens- und Getränkevorräte aufzubrauchen, Karten zu spielen oder zu lesen. Nach unserer pünktlichen Ankunft ging es weiter mit einem Transferbus zum Terminal 2. Es war nicht ganz leicht mit dem vielen Gepäck komplett den Bus zu erstürmen, aber mit ein wenig Nachdruck und beruhigendem Anfeuern der Betreuer ließ sich dieses Hindernis überwinden. Check-in: Zum ersten und nicht zum letzten Mal wurden unsere Pässe ausgeteilt. Es brauchte ein wenig Geduld bis alle an der Reihe waren, doch ohne Komplikationen waren wir unsere schweren Koffer los – endlich. Bevor wir uns durch die Sicherheitskontrollen begaben, nutzten einige noch einmal die letzte Chance bei Burger King etwas „Richtiges zu essen – man konnte ja nicht wissen, was auf einen die nächsten Tage so zu kommt bzw. in den Magen. Dann hieß es Gürtel ablegen, Hosentaschen ausleeren, einige mussten sich einer extra Kontrolle unterziehen. Aber alles blieb problemlos. Einzig ein Linolschnittmesser wurde herausgefiltert, das einer von uns vergessen hatte, noch aus der Federmappe herauszunehmen. Nun ja, gefährlich können die Dinger schon sein, wenn man damit nicht umgehen kann. Etwas ungeduldig bestiegen wir nun gegen halb vier unsere Boeing und freuten uns endlich an Bord von Emirates Airlines unsere Sitze ausfindig gemacht zu haben. Dass dabei der Fensterplatz ein wenig in den Hintergrund geriet, lag an den wunderbaren Multimedia-Systemen, die jeder Sitz besaß. So waren viele schon ganz dem Computerspielfieber verfallen, als die Maschine noch nicht einmal die Startbahn erreicht hatte. Auch die unendlich große Auswahl an Spielfilmen überschatteten die Vorbereitungen zum Start. Es ging los, EK 47 erhob sich in die Lüfte. Die Zeit verging trotz der sieben Stunden wie im Flug. Spät in der Nacht landeten wir in Dubai. Bunte Lichter, ein wenig müde. Es war 23.40 Uhr Ortszeit. Wir verließen das Flugzeug über eine Gangway. Die Wüstenhitze schlug uns für einen Moment entgegen, dann wurden alle in einem Bus zum Terminal gefahren, dem Gefühl nach durch’s halbe Emirat. Wir mussten noch einmal durch eine Sicherheitskotrolle, die blieb aber problemlos, dann die Suche nach dem richtigen Gate und erst einmal auf Toilette. Einige waren so müde, dass sie sich ein kleines Schläfchen auf den Stühlen gönnten. Frau Kleinert besorgte Wasser, denn die trockene Luft im Flieger hatte alle sehr durstig gemacht.

Donnerstag, 27. August 2009

Immer noch Dubai. Eigentlich spürte man den Wechsel des Tages nicht richtig. Als wir den Flieger Richtung China bestiegen, war in Deutschland nun auch Mitternacht vorbei und in Shanghai war es bereits Zeit zum Aufstehen. Die meisten schliefen nun unter dem künstlichen Sternenhimmel, der im Flugzeug durch kleine Lämpchen in der Decke simuliert wurde. Nett. Eigentlich blieb einem auch nichts weiter übrig, als zu schlafen, da das Betreuer-Team eine Bildschirmsperre für die nächsten Stunden verhängt hatte, wegen der „eckigen Augen. Nachmittags halb vier landeten wir in Pudong, dem internationalen Flughafen von Shanghai. Die Betreuer hatten nach dem Verlassen des Flugzeugs noch alle Hände voll damit zu tun, die Formulare für die Ein- und Ausreise und zum Gesundheitszustand für jeden auszufüllen. Die Angst vor der Schweinegrippe war auch in China groß. Dass keiner gelogen hat, bewiesen die Temperaturscanner. Niemand war mit Fieber an Bord. Die Passkontrolle selber ging schnell und zügig. Nun konnten wir die Koffer vom Laufband holen. Das war die Aufgabe des Männerchors. Alle Koffer waren da – Moment . . . Yanniks Koffer war beim Zollspürhund. Hatte Yannik uns etwas verschwiegen? Nach dem ffnen des Koffers trat eine nicht aufgegessene Salamischnitte zum Vorschein. Das konnte man dem Hund nicht verdenken, dass er bei einem solch leckeren Inhalt Meldung gemacht hatte. Erleichterung und ein wenig Schmunzeln waren auf unserer Seite. Nun gingen wir in Richtung Ausgang, wo wir schon von unseren Gastgebern freudig erwartet und mit einem großen „Stadtsingechor-zu-Halle”-Schild begrüßt wurden. Zum ersten Mal trafen wir auf Fei. Sie begleitete uns in den nächsten Tagen und dolmetschte für uns. Es ging auf in unser Shanghaier Hotel. Die Fahrt dauerte allerdings noch einmal 1,5 Stunden. Es war Rushhour. Draußen gewitterte es gerade. Aber alle staunten und fotografierten wie die Weltmeister: Gerüste, Bauschilder, Verkehrsschilder, Autos, Hochhäuser . . . Dann waren wir im Hotel. Die Zimmer wurden verteilt und die Koffer weggebracht. Alle kamen zum Speiseraum und wurden von Frau Wei empfangen. Sie und Herr Elster richteten noch ein paar Worte an uns. Dann konnten wir endlich essen und zum ersten Mal die chinesische Küche probieren. Wenig später fielen alle müde ins Bett.

Freitag, 28. August 2009

Schon 8.30 Uhr aufgestanden, um 9.00 Uhr gab’s Frühstück. Ich dachte: „Was kommt jetzt wohl auf mich zu, so etwas wie gebratene Quallen? Nein, es gab gut bekömmliches Frühstück, das hieß Toastbrot mit Margarine und Marmelade. Dann hatte noch jemand ein Spiegelei gebraten. Warme Nudeln, Reis, Melone und natürlich Kaffee standen auch bereit. Die Nicht-Koffein- Junkies konnten sich auch warmen Saft, Milch oder Tee nehmen. Nach diesem opulenten Mahl konnte jede der sechs Gruppen die Zeit bis zum Mittag individuell gestalten. Unsere „Obst-Gruppe entschied sich für eine Erkundungstour entlang der Straße. Aber vorher tauschte man sein Geld um, falls wir zufällig an einem Supermarkt vorbei kommen sollten. Dann hatten wir das erste Mal den sogenannten Yuan in der Hand. Wir hatten ihn liebevoll „Mao-Taler genannt, denn auf jedem Geldschein ist der Kopf vom einstigen Staatsoberhaupt Chinas. Bei unserer Entdeckungstour konnten wir den krassen Straßenverkehr in Shanghai beobachten. Eine Straßenverkehrsordnung gibt’s dort anscheinend nicht und wenn, würde sich sowieso keiner dran halten. Also musste man aufpassen, dass man nicht mal von einem Moped auf dem Bürgersteig oder einem Auto, das mit Vollgas über einen Fußgängerüberweg drüberfährt, überfahren wird. Da galt die Regel: „Der Schwächere gibt nach. Auch die Baustellen waren nicht zu verachten. Alles zusammen gab einem das Gefühl der Nichtigkeit und Unbedeutsamkeit. Im Hotel wieder angekommen, erzählten andere von ihrem Ausflug in den Supermarkt, wo lebende Tiere verkauft wurden. Georg wollte deshalb eine Schildkröte als lebendes Chor-Maskottchen mit nach Deutschland nehmen. Pünktlich um 12.00 Uhr saßen wir beim Essen und danach gingen alle ins Bett, um sich auszuruhen für die Probe, die noch kam. Nach einer Stunde Mittagsruhe saßen wir im Bus, bereit zur Fahrt ins Lyceum Theater, in dem am nächsten Tag unser erster Auftritt in China stattfinden sollte. Gut gelaunt kamen wir am Probenort an, doch dann der Schock, der Chor sollte einen kompletten Durchlauf machen. Nun war die Stimmung irgendwie ein bisschen versaut. Doch trotz blendender und heißer Scheinwerfer meisterten wir alle Schwierigkeiten, in Privatklamotten hielt man es schließlich aus. Danach gab es Wasser für alle und es ging ab ins Hotel, wo es sofort Abendbrot gab. brigens, bis auf eine Ausnahme gab es die selben Speisen wie am Vortag. 21.00 Uhr war Nachtruhe für alle, am folgenden Tag war schließlich unser wichtigstes Konzert, in dem wir uns sehr gut präsentieren wollten!

Samstag, 29. August 2009

Nach dem Frühstück wurde die Chorkleidung geholt und mit dem Bus ging’s ins Theater. Dort gab es wieder eine Durchlaufprobe. Alle wussten das und „freuten sich darauf! Während der Probe gingen fünf Knaben von der Bühne. Ich fragte mich, was das im Konzert werden sollte. Die Probe verlief dann auch nicht besonders gut, dank Müdigkeit und Schweiß – die Scheinwerfer prasselten gnadenlos auf uns herab. Bis auf Herrn Elster machten allen die Umstände zu schaffen. Immerhin wurden dann die Scheinwerfer heruntergedreht, damit nicht noch mehr die Bühne verlassen mussten. So wurde es für die Sänger etwas erträglicher. Nach der Probe gab es Wasser, so konnte man den Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Nach vier Stunden Mittagspause, bei einigen als Mittagsschlaf genutzt, kamen wir wieder im Theater an. Nach der kurzen Anspielprobe gab es Sandwichs als kleinen Snack, dann wurde sich umgezogen. Wir gingen bei geschlossenem Vorhang auf die Bühne, pünktlich zum Konzertbeginn ging der Vorhang auf und das Licht an. Ab da „freuten wir uns über die langsam ansteigenden Temperaturen. Wir gaben unser Bestes. Nach der ausführlichen Mittagsruhe waren wir bereit für kommende Anstrengungen. Alle bemühten sich, keiner ging ab. Und als wir die chinesischen Lieder sangen, war das Publikum begeistert und freute sich umso mehr über diesen deutschen Knabenchor aus Halle. Nach dem Konzert und einer Zugabe stand das Publikum in den Reihen und feierte uns begeistert. Danke China für diese Möglichkeit. 21.30 Uhr kamen wir aus dem Theater, wo wir sogar Autogramme geben mussten. Ein warmes Abendbrot in einem Restaurant war uns mehr als willkommen. Satt und zufrieden mit dem Tag fuhren wir am späten Abend ins Hotel und gingen schlafen. Viel Aufregung und dann ein Erfolg für uns, das war unser vierter Tag der Reise.

Sonntag, 30. August 2009

Nach Aufstehen und Frühstück stand eine Erkundungstour auf dem Plan. Fei führte uns zu einem Einkaufstempel, in dem die Waren genauso viel und auch mehr kosteten wie in Deutschland. Alsdann gingen wir zu C&A, wo manche sich ein paar Klamotten kauften. Dann zurück ins Hotel, doch wir wussten nicht, dass uns ein sehr langer Fußmarsch bevorstand. Etwas gefrustet kamen wir am Supermarkt vorbei und beschlossen noch kurz etwas einzukaufen. Nachdem alle da waren, kamen wir drei Minuten später im Hotel an, wo wir gleich zum Mittagessen gingen. Nach der Mittagsruhe fuhren wir zur Nanjing Lu, Shanghais bekanntester Einkaufsstraße einschließlich Volksplatz. Dort angekommen, teilten wir uns in die Gruppen auf und erkundeten die Flaniermeile. Nach einer Stunde trafen wir uns wieder (einige waren schon mit Souvenirs bepackt), um in den Bus zu steigen und zu einem unbekannten Ziel zu fahren. Nach gefühlten drei Stunden Busfahrt und verwirrtem Kreisen am gesperrten Bund, stellten wir fest, es ging zu einer Bootsfahrt. Dort angekommen, passierten wir eine Sicherheitskontrolle und dann ging’s an Bord. Schnell stellte sich heraus, dass wir von Frau Wei nochmals offiziell empfangen wurden. Zuerst schrieben sich alle in mindestens vier Bücher ein, sozusagen als Autogramm für die Nachwelt. Dann wurden Dankesreden gehalten, wir erhielten eine Bambusrolle als Geschenk und als besonderes Dankeschön sangen wir „Only Mama . Aber nun zum Essen, die Buffet-Eröffnung löste natürlich einen Ansturm auf das Essen aus, zum Glück war das vor Kamera und vor den Gästen etwas gesitteter als sonst. Nach dem Essen liefen alle auf das Deck, um die Skyline von Shanghai bei Nacht zu betrachten und sie zu fotografieren. Alle waren fasziniert und freuten sich über diesen Anblick, der einfach nur gigantisch war. Es entstanden sehr interessante Gruppenfotos, z. B. Gesichtspyramiden. Unser Boot (Yacht) legte an und wir pilgerten zu unserem Bus. Jetzt ging es zum zweithöchsten Gebäude von Shanghai, dem Jin-Mao-Tower, der ca. 340 m nach oben ragt. Wir standen davor, sahen hoch und konnten die Spitze nicht erspähen – man hörte einzelne Wows. Oben angekommen, erkannten alle nicht die Stadtgrenzen, wiederum eine sehr beeindruckende Sache, davon wurden natürlich wieder fleißig Fotos gemacht. Nun ging es zurück zum Hotel, vor dem unser Busfahrer wieder seine außergewöhnliche Kunst bewies, einzuparken. Er blockierte einfach die Straße und schon hatte er alle Zeit. Die Hupgeräusche störten ihn nicht besonders. Alle Personen, die Auto fahren können und im Bus saßen, waren überzeugt, dass der Bus nicht in die Einfahrt passen würde (doch wir wurden eines Besseren belehrt). Nach diesem spektakulären Abschluss des Tages gingen alle sofort auf ihr Zimmer, umso zeitnah wie möglich ins Bett zu gehen.

Montag, 31. August 2009

Was lag denn an diesem Tag an? Ach ja, Treffen mit dem Rundfunk-Kinderchor Shanghai, allerdings erst am Nachmittag. Aber war irgendetwas vorher los? Nö. Cool, das erste Mal Freizeit im Hotel und Zeit, um verschiedene Dinge zu tun, z. B. einkaufen, telefonieren von Zimmer zu Zimmer, Karten spielen, Fernsehen gucken. Dann am Nachmittag brachen wir zum Rundfunkgebäude auf, die Chorkleidung war schon angezogen. Im dritten Stock von dreißig Stockwerken fand in einem Saal der Auftritt statt. Wir probten natürlich vorher, damit wir sicher gingen, dass wir seit dem letzten Auftritt nichts verlernt hatten. Danach traf auch unser Auftritts-Partner-Chor ein. Von der Besetzung war das natürlich ein krasser Unterschied, denn der Chor zählte nur sechs Jungen in seinen Reihen. Nachdem die anderen auch ihre Probe beendet hatten, trafen die Gäste ein und suchten sich ihre Plätze. Nach einem Eröffnungstanz von fünf Mädchen und zwei Rednern konnten wir endlich auftreten. Wir boten eine verkürzte Version unseres Reiseprogramms dar. Wir konnten uns gut präsentieren und zufrieden mit unserem Auftritt sein. Dann kam der chinesische Chor, der nicht nur chinesische, sondern auch englische Lieder sang. Zum Schluss starteten wir den Versuch, mit den anderen Kindern unsere erlernten chinesischen Lieder gemeinsam zu singen. Dafür ernteten wir viel Beifall und Sympathie, das Ergebnis ließ sich sehen. Als Abschluss wurden gegenseitig Geschenke ausgetauscht, wobei sich die chinesischen Mädchen auf unseren Knabenchor stürzten und unser Männerchor kaum Beachtung fand. Dann machten wir Gruppenfotos und die Veranstaltung klang aus. Wir nahmen unsere Sachen und verließen das Gebäude, um mit dem Bus ins Hotel zurückzufahren. Dort angekommen, bekamen wir eine freie Gestaltung für die nächsten Stunden, mit der Auflage, dass alle 21.00 Uhr die Nachtruhe einhalten sollten.

Dienstag, 1. September 2009

Früh starteten wir mit dem Bus in die Chibao-Altstadt, die Fahrt dorthin dauerte ca. eine Stunde – Zeit, die man nutzte, um in die Hochhäuserlandschaft zu gucken. An unserem Ziel angekommen, gingen wir zum „Eingang , jedenfalls sah das Tor danach aus. Es reihten sich weitere Häuser neben der Pforte zur Altstadt, das zu sehen, war sehr interessant. Jetzt machten wir ein Gruppenfoto, damit wir auch beweisen konnten, dass wir erstens in China waren und zweitens wer alles mit war. Nun starteten wir zu dem ersten der fünf Museen. Kaum in der ersten Straße eingebogen, versuchten Straßenhändler uns irgendwelche Dinge anzudrehen. Alle lehnten erst einmal ab, dafür hatten wir später noch Zeit. Nachdem wir drei Museen besichtigt hatten, unter anderem waren Schattenspiele und viel chinesische Kunst zu sehen, starteten wir zu einer kleinen Bootsfahrt mit traditionellen Booten. Auf ein Boot passten ca. acht Personen. Nach dem Ende dieses Programmpunktes besichtigten wir weitere Museen, wodurch wir langsam etwas fußlahm wurden. Wir gingen zu einen China-Restaurant, in dem wir Mittagessen sollten, zuvor war aber erst noch Shopping angesagt. Gruppenweise konnten wir für eine Stunde in den Straßenläden nach Lust und Liebe rumwühlen, handeln und kaufen. Nachdem der Chor wieder komplett war, zeigte man sich, was jeder eingekauft hatte. Die Bandbreite reichte von Spielzeug, Tee, Musikinstrumenten, China-Stäbchen bis hin zu Stempeln und Fächern. Nach dem Mittagessen verließen wir die Chibao-Altstadt, um mit dem Bus zur Transrapid-Station zu fahren. Herr Elster kaufte, dort angekommen, die Tickets, dann durchquerten wir die Sicherheitskontrolle und es dauerte nicht lange bis der Zug in den Bahnhof einfuhr und wir einstiegen. Pünktlich verließ die Magnetschwebebahn die Station, die Geschwindigkeit stieg stetig an. Ab einem bestimmten Zeitpunkt schaute man aus dem Fenster und sah nur noch Linien, da war der Zug schon bei 431 km/h. Dann auf einmal ein lauter Knall, vereinzelte Schreie: „Sind wir jetzt entgleist? – Nein, nur der entgegenkommende Triebwagen war vorbeigerauscht und dann bremste der Zugführer schon wieder ab. Angekommen am Flughafen Pudong nach acht Minuten Fahrzeit und 31 km Strecke. Die Rückfahrt verlief genauso wie die Hinfahrt. Mit dem Bus ging’s ins Hotel, wo es das übliche Abendprogramm gab.

Mittwoch, 2. September 2009

Als erstes besichtigten wir an diesem Tag das Shanghai-Museum. Ehe man reinkam, musste man sich durchleuchten lassen und seine Wasserflasche abgeben, was eigentlich komisch war, denn im Museums-Shop konnte man wieder Wasser kaufen. Verwirrend! Nachdem wir alle Schwierigkeiten überwunden hatten, stürmten wir in den festgelegten Gruppen das Museum, stellten aber schnell fest, dass Museum im Chinesischen bedeutet – Ausstellen von Gegenständen. Dementsprechend wurde kaum auf anschauliche Geschichte eingegangen, was uns schon ein wenig enttäuschte. Nach anderthalb Stunden verließen wir das Museum und machten uns in Richtung Yu-Garten auf. Dort angekommen, aßen wir natürlich chinesisch zu Mittag. Schnell stellten wir fest, dass der „Garten eine Einkaufsmeile zu sein schien, aber wir besichtigten zuerst einen Tempel des Daoismus und wohnten zufällig einer Zeremonie bei. Dann ging der Chor auf „Kaffeefahrt , das heißt, wir hielten an ziemlich vielen Geschäften an, die angeblich alles zu Spottpreisen verjubelten, doch im Vergleich zum Vortag war alles teurer. Nach dem vierten Geschäft kam langsam Frust auf, denn nicht jeder hatte Lust, in jedem Laden etwas zu erwerben. So beschlossen wir uns in Gruppen aufzuteilen und die Gegend zu erkunden. Herr Obst fand auch endlich seine „Mao-Mütze , die er als Andenken schon gestern kaufen wollte. Nach einer Stunde trafen wir uns am zentralen Punkt des Yu-Einkaufstempels und zeigten uns die tollen Souvenirs, die wir gekauft hatten. Nur Herr Elster zeigte als Andenken stolz seinen Kaffee, den er sich bei Starbucks geholt hatte. Andere gaben für Stempel, Instrumente, Fächer und vieles andere ihr Geld aus. Wir machten uns auf den Heimweg, ohne dass eine Person den Garten gesehen hatte. Wieder im Hotel, ging es ans Kofferpacken, am nächsten Tag ging’s doch nach Nanjing.

Donnerstag, 3. September 2009

Auf nach Nanjing! Gäbe es da nicht ein kleines Problem. Nicht alle Koffer passten in den Bus. „Nicht so schlimm, bleibt der Rest hier. Nein, natürlich nicht, die Koffer, die zu viel waren, kamen in den Gang, die Chinesen wissen sich zu helfen. Jetzt konnte die Fahrt beginnen. Nach einer Stunde im Bus waren wir immer noch nicht aus Shanghai raus, nun begriffen wir erst wie groß die Stadt war. Vier Stunden saßen wir insgesamt im Bus und kamen endlich an unserem Ziel, dem Metro Hotel, an. Schnell zu Mittag gegessen, Koffer kurz ausgepackt und wir gingen auf Sightseeingtour. Als erstes wurde die Stadtmauer von Nanjing besichtigt. Wir erfuhren, dass sie 35 km lang ist und alle Teile noch erhalten sind. Eine Drei-Millionen-Stadt mit Mauer, schon irgendwie krass. Als nächstes war die alte Innenstadt von Nanjing auf dem Programm. Dort liefen wir ein bisschen rum und schauten uns die wichtigsten Attraktionen an. Danach, zur berraschung aller, gingen wir bei McDonald’s essen. „Nach einer Woche mal wieder richtig westliches Essen, na wenn das nicht perfekt den Magen durcheinander bringt. Am Schaufenster standen die Chinesen Schlange und bestaunten, wie Europäer Burger aßen. Musste sehr interessant für sie gewesen sein. Der letzte Programmpunkt des Tages war der Besuch einer für China typischen Aufführung. Da gab es Tanz, Gesang und den Kaiser zu sehen, Nanjing ist schließlich die ehemalige Hauptstadt Chinas. Auf der Leinwand wurden wir in chinesischen Lettern begrüßt, sagte uns jedenfalls Fei. Das Ganze war sehr perfekt und schön anzuschauen gestaltet. Schließlich ging es zum Hotel, wo ab 21.00 Uhr Nachtruhe war, denn am nächsten Tag war unser drittes und letztes Konzert, bei dem wir uns noch einmal gut präsentieren wollten.

Freitag, 4. September 2009

Gegen 10.00 Uhr fuhren wir zu dem Saal, in dem an diesem Abend unser Auftritt sein sollte. Zu diesem Zwecke machten wir eine Probe! Die verlief relativ reibungslos. Keiner hatte etwas verlernt – gut zu wissen. Danach ging es wieder zurück ins Hotel zur Mittagspause mit Essen und Ruhen. Um 14.00 Uhr fuhr man uns in die Musikschule, in der die „Little Red Flowers heimisch sind. Mit ihnen hatten wir ein Treffen vereinbart. Beide Seiten führten dabei Bruchstücke ihres Repertoires vor. Es wurden uns die Erfolge von Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren aufgezählt. Beide Chöre kann man nicht miteinander vergleichen. Zum Beispiel fehlten uns bei unseren Gegenübern die Männerstimmen. Nach einem Geschenkeaustausch und dem Versprechen des anderen Chors, dass dieser vollzählig zu unserem Konzert erscheinen wird, verabschiedeten wir uns und fuhren noch einmal in unser Hotel, um die Chorkleidung zu holen. Nach einem kleinen Snack fuhren wir zur Auftrittslokalität, sangen zwei bis drei Lieder an und zogen uns dann um. Der Auftritt war im Rahmen einer Preisverleihung, deshalb mussten wir ein wenig warten. Nachdem alle Preise vergeben wurden, konnten wir auftreten. Schon merkten wir, wie unruhig es im Zuschauerraum wurde. Man hörte das Publikum laut miteinander reden und telefonieren. Später erfuhren wir von den Betreuern, dass man sich im Saal frei bewegte und gegessen wurde. Alles in allem eine sehr unangenehme und auch ungewohnte Konzertatmosphäre. Dementsprechend konnten wir uns nicht voll auf unsere Leistung konzentrieren und haderten ein wenig mit uns. Als das Konzert beendet war, ging’s wieder zurück ins Hotel, wo der Chor noch etwas aß und dann ins Bett ging. „Koffer packen können wir auch morgen.

Samstag, 5. September 2009

Heute ging’s mit dem Bus zuerst zum Nanjing-Museum. Das ist ähnlich gestaltet wie in Shanghai, nur diesmal bekamen wir eine Führung, dass heißt, eine Chinesin redete in ihrer Sprache und Fei übersetzte uns. Nach dem Rundgang stürmten alle in den Museums- Shop in dem Irrglauben, noch ihr letztes Geld verprassen zu müssen – doch einige fanden nichts, wofür sie ihr Geld ausgeben wollten. Danach fuhren wir wieder ins Hotel, um die Koffer zu packen und Mittag zu essen. Während wir unser Mahl einnahmen, wurden die Koffer in den Bus verladen – wieder welche in den Gang, ist klar, denn der Bus war ja über Nacht nicht gewachsen. Die Fahrt dauerte wieder vier Stunden, es ging nach Shanghai. Da Frau Wei von unserem nicht zufrieden gestellten Einkaufsbummel gehört hatte, hatte sie uns eine nächste Möglichkeit organisiert. Wir gingen in ein Kaufhaus, das nur aus überdachten Straßenhändlern bestand. Dort fand man natürlich eins a gefälschte Ware, z. B. einen ein Terrabyte großen USB-Stick – ja in China hat man den schon erfunden im Gegensatz zu Europa! Mit den Händlern konnte man sehr schön feilschen, dass genossen alle Sänger (und Betreuer) natürlich und machten es mit Freude. Am Abend lud uns noch einmal Frau Wei ein zu einem Empfang in den fünfzigsten Stock eines Nobelhotels. Wir hatten von dort oben eine super Aussicht auf Shanghai, einfach nur herrlich und atemberaubend. Als Essen gab es überwiegend europäische warme Speisen, aber auch wunderschöne leckere süße Speisen. Zusätzlich konnten wir während des Essens die DVD auf einer großen Leinwand ansehen, die für und mit uns erstellt wurde. Eine Bildershow gab es auch noch. Glücklich und zufrieden verließen wir nach zwei Stunden das Hotel, fuhren in unser Pearl-Hotel um die Ecke und gingen sofort ins Bett, denn am nächsten Morgen war spätestens 3.00 Uhr Aufstehen angesagt.

Sonntag, 6. September 2009

Der Tag begann also 3.00 Uhr, so früh mussten wir aufstehen, denn 3.30 Uhr war Treff im Foyer mit Koffern. Die Zimmerkarten wurden auch noch abgegeben. Der Bus war pünktlich, heute passten alle Koffer in den Laderaum, dann konnten wir in Richtung Flughafen Pudong starten. Selbst um 4.00 Uhr waren in Shanghai die Straßen noch leer, was uns im Vergleich zum Tage sehr überraschte und ein ungewohnter Anblick war. Die meisten nutzten die Stunde, die die Fahrt zum Flughafen dauerte, zum Schlafen, der Busfahrer war übrigens ein ganz gemütlicher, richtig Gas gab der nicht. Angekommen am Flughafen mussten wir uns von Fei verabschieden, dass verlief sehr tränenreich. Wir verabschiedeten uns mit tröstenden und herzlichen Worten und gingen zum Check-in- Schalter. Nachdem alle Formalitäten überstanden waren, bestiegen wir gegen 7.30 Uhr das Flugzeug und wenig später starteten wir schon in Richtung Dubai. Dort landete die Maschine gegen 13.00 Uhr Ortszeit. Nun hieß es mal wieder Gate suchen und wenn das gefunden war, warten bis wir in die nächste Maschine einsteigen konnten. Die Zeit vertrieb man sich mal wieder mit verschiedenen Spielen und Filmen. Dann konnten wir endlich einsteigen. „Frankfurt wir kommen. Nach dem Abendbrot im Flugzeug begann der Landeanflug. Draußen war es noch hell, deshalb konnte man sehr gut die Landschaft untendrunter sehen. Die Landung verlief ohne Probleme, nur bekamen wir keinen Stellplatz und mussten etwas länger warten. Langsam wurde die Zeit knapp, denn wir mussten den Zug bekommen, sonst wären die Platzkarten abgelaufen. Die Passkontrolle half uns da auch nicht weiter, sie dauerte ebenfalls ewig. Es war Sonntag und die Beamten arbeiteten nicht so schnell. Wir rannten zum Kofferband und der Männerchor beschaffte sehr schnell die Koffer. Der Chor bekam den nächsten Zubringerbus und war pünktlich am Bahnsteig. Im Zug schliefen alle ein und wachten erst kurz vor der Ankunft in Leipzig auf. Wir verabschiedeten uns voneinander. Am Dienstag begann wieder für viele der ganz normale Schulwahnsinn. Insgesamt hatten wir eine sehr tolle, erlebnisreiche und eindrucksvolle Fahrt, für die wir alle dankbar sind.