1732: Georg Michael Bach (1703–1771) als Kantor der Ulrichskirche

Ulrichskirche, Kupferstich, in: Johann Christoph Dreyhaupt, Pagus Neletici et Nudzici, Teil 1, Halle 1749

Der in Ruhla geborene Georg Michael Bach, Sohn des dortigen Kantors und Mitglied der großen Musikerfamilie Bach, hatte nach seinem Studium in Helmstedt und Halle 1732 das Kantorenamt der Laurentiuskirche in Neumarkt bei Halle angetreten, bevor er im gleichen Jahr als Kantor an die Ulrichskirche und Lehrer am Gymnasium wechselte. Fast vierzig Jahre lang blieb er in diesem Amt.
In einem komplizierten Rhythmus hatten die Chorschüler wechselweise an den drei Hauptkirchen in den Gottesdiensten zu musizieren, so dass der Kantor der Ulrichskirche regelmäßig mit ihnen beim Choralgesang zusammenarbeitete, wenngleich die Figuralmusik auch hier vom Organisten geleitet wurde.
Die Kirchenmusik an St. Ulrich hatte eine reiche Tradition. Musiziert wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts vor allem Werke hallischer und Leipziger Komponisten.
Von Bach sind keine Kompositionen überliefert. Einer seiner Söhne, Johann Christian Bach, der sogenannte „hallische Clavier-Bach“, war Schüler seines Verwandten Wilhelm Friedemann und ist heute als wichtiger Sammler und Kopist von Werken Johann Sebastian Bachs bekannt.